VITAMIN D – MANGEL

In den letzten Jahren bin ich durch Kollegen immer wieder auf das Thema Vitamin D – Mangel hingewiesen worden. Mit der Zeit wurde die Diagnose und Therapie von Vitamin – D Mangel ein wichtiger Pfeiler in meiner naturheilkundlichen Therapie. Sie fragen sich jetzt sicher: Reichen unsere Sommermonate nicht aus und wieso haben unsere Vorfahren denn keinen Mangel entwickelt? Hierauf möchte im Laufe des Textes eingehen.

Dank der Arbeiten von Dr.Raimund von Helden und Prof.Dr.med.Jörg Spitz bin ich tiefer in dieses Thema eingetaucht. Ergebnis: ein Großteil meiner Patienten hat Vitamin D –  Mangelsymptome und viele davon sitzen wirklich in einem „Loch“ (weniger als 20ng/dl). Verschiedene Symptome wie unklare Kopfschmerzen, Fertilitätsstörungen, Krämpfe, Schlafstörungen, Lidzucken, Wadenkrämpfe, Depressionen, Kraftlosigkeit, häufige Infekte, hohe PAP-Werte etc. können auf einen Mangel hinweisen.

Vitamin D – Mangel ist kein Hype

Den bundesweiten Vitamin D – Mangel hat 2017 auch die DGE in ihrem jährlichen Ernährungsbericht festgestellt. Genauer betrachtet verwundert es mich nicht: Bürojobs, wenig draußen sein, Angst vor Hautkrebs, acht Monate Dunkelheit, übertriebener Gebrauch von Sonnencreme…wo soll Vitamin D auch herkommen, wenn nicht durch die Sonne oder Substitution? Völker in den Tropen haben Blutwerte von 50 – 70 ng/ml und bei uns liegt der Wert im Sommer noch nicht mal im guten Bereich von 30 ng/ml. Natürlich kann man schwer erahnen, wie die Blutwerte unser Vorfahren ausgesehen haben, aber klar ist: Bademeister, Dachdecker und Straßenbauarbeiter haben in der Regel richtig gute Werte…

Sonne ist Leben!

Deswegen ermuntere ich meine Patienten, den Wert bei ihrem Hausarzt oder bei mir messen zu lassen. Im Falle eines Mangels kann die Gabe dieses Vitamin(das auch ein Hormon ist) diverse Beschwerden zum Verschwinden bringen. Inzwischen weiß man, dass nicht nur bestimmte Organe wie Leber und Nieren Rezeptoren für Vitamin D besitzen und diese aktivieren, sondern nahezu alle Zellen. Betrachtet man die prophylaktischen Aspekte eines guten Vitamin D – Spiegels, die bereits in der embryonalen Entwicklung zu greifen beginnen, wird einem die Wichtigkeit dieses Themas schnell klar.

Vitamin D in der Schwangerschaft

Deswegen appelliere ich als prophylaktisch denkender Heilpraktiker auch an alle Schwangeren, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Denn der Vitamin D – Bedarf ist in der Schwangerschaft deutlich erhöht und es ist wichtig, hier gut aufgestellt zu sein(Organogese beim Embryo).

Eine Freundin lebte einige Jahren in Kolumbien und ihr Vitamin D – Wert wurde während ihrer Schwangerschaft im Rahmen einer Universitätsstudie mehrmals untersucht, ebenso wie der Blutwert des Kindes bei der Geburt. Der Vitamin  D – Wert lag bei ca 100ng/ml – ein Wert, von dem mensch hier nur träumen kann. Durch diesen hohen Vitamin D – Wert der Mutter hatte auch das Baby bei der Geburt diesbezüglich sehr gute Blutwerte. In Deutschland empfehlen die Ärzte inzwischen (zum Glück!) zwei Jahre lang die kindliche Substitution mit Cholecalciferol. Denn wenn die Mutter zu wenig Vitamin D im Blut hat, sieht es damit in der Muttermilch auch nicht viel besser aus.

Im Laufe einer Behandlung mit Vitamin D in höheren Dosierungen ist die Kontrolle des Blutbilds in regelmäßigen Abständen wichtig. Der Kalziumwert im Blut sollte im Normbereich bleiben. Aber auch Entzündungsparameter, Schilddrüsenwerte oder Immunglobuline können sich u.a. durch Vitamin D – Gaben verbessern.

Vitamin K2

Bei hohen Vitamin D – Dosierungen(30.000IE/Tag und mehr) im Rahmen einer Stoßtherapie begleite ich die Vitamin D – Gaben mit Vitamin K2(MK-7). Auch ältere multimorbide Patienten bekommen von mir angepasste Dosierungen. Vitamin K2 optimiert den Kalizumtransport in die Knochen und es gibt Hinweise, dass bereits bestehende Gefäßablagerungen(Calcium) dadurch abgebaut werden. Zähne können ebenso von einer verbessertem Kalziumversorgung profitieren. Darauf weisen schon die frühen Arbeiten von Dr.Weston Price(1870 – 1948) hin.

Betrachtungen zu Vitamin K2 und Karies

Magnesium nicht vergessen

Wird nun Vitamin D über längere Zeiträume etwas höher dosiert gegeben, sollte man Magnesium unterstützend einnehmen bzw. magnesiumreiche Nahrungsmittel in die Ernährung einbauen(grünes Blattgemüse, Bananen, Äpfel, Avocado,etc.). Magnesium ist der Gegenspieler des Kalziums, welches durch Vitamin D – Gaben verstärkt aufgenommen wird.

Magnesium ist an der Bildung von 300 Enzymen besteiligt, verringert die Aggregation der Thrombozyten, entkrampft Herzkrampfgefäße und wirkt nervenstärkend. In Deutschland kommt es auch bei Magnesium immer wieder zu Mangelzuständen. Vor allem im höheren Alter, bei starker körperlicher Belastung, chronischen Erkrankungen, Medikamenteneinnahme oder wenn Resorptionsstörungen im Darm vorliegen.

In der Regel kombiniere ich Vitamin D – Gaben gerne mit Heilpflanzen oder Heilpilzen, um schneller zu einem besseren Therapieerfolg zu kommen.

Buchtips:

Uwe Gröber/Michael F.Holick : Vitamin D – Die Heilkraft des Sonnenvitamins, WVG Stuttgart

Josef Pies: Vitamin K2 – Vielseitiger Schutz vor chronischen Krankheiten

Weitere Infos zu Vitamin D finden Sie hier:

Dr.von Helden´s Seite

Video Schwangerschaft und Vit D Mangel

Vortrag Prof.Dr.med.Jörg Spitz

Interview Dr.Coimbra zu Vitamin D und MS