SCHRÖPFEN

Schröpfen – eine alte Therapieform

Die Methode des Schröpfens ist eine alte ausleitende Reiztherapie. Sie wird schon seit ca.3300 Jahren in den verschiedensten Ecken der Welt praktiziert. Gerade bei indigenen Völkern kamen und kommen beim Schröpfen Tierhörner und Kalebassen zum Einsatz. In unseren Breiten arbeitet man in der Regel mit Schröpfgläser aus Glas, Silikon oder Hartplastik). In Griechenland gab es sogar einen Gott des Schröpfens(Telesphorus, Sohn des Asklepios), was zeigt, wie wichtig und geschätzt diese Methode war. Auf alten Ärztesiegeln befanden sich Schröpfwerkzeuge  als Symbol des Berufsstandes.

Früher beobachtet man, dass man durch Eröffnung(blutiges Schröpfen) am Ort des Leidens immer wieder Linderung und Heilung bestimmter Leiden erzielen konnte. Melancholie zum Beispiel stand in Zeiten des Säftelehre für ein „Zuviel an Schwarzgalle“. Diesem Ungleichgewicht der vier Säfte(Schwarzgalle, Gelbgalle, Schleim, Blut) wollte man durch ein Ausleiten dieser entgegenwirken. Der Begriff der Melancholie hat sich aus dieser Zeit bis heute gehalten.

Schroepfen

Schröpfen bei muskulären Verspannungen

Setzt man nun Schröpfgläser auf ein Rückenareal, so erzeugt man einen Unterdruck, welcher vermutlich als Reiz zu einem verbesserten Lymph- und Blutfluß führen kann. Die Reaktion der Hämatombildung(blaue Flecken) durch die Schröpfen schwächt sich mit jeder Beahndlung etwas ab, bis sie ganz ausbleibt(oft parallel zur Verbesserung der Problematik).

Als Heilpraktiker setze diese Methode vor allem bei muskulären Verspannungen(Rücken/Schulter/Nacken) ein, aber auch bei chronischen Kopfschmerzen/Migräne. Hierbei sucht man in der Regel den Rücken nach Myogelosen ab, also schmerzhaften Verhärtungen im Bindegewebe(welche an schwacher Durchblutung leiden und somit durch Übersäuerung geprägt sind). Dort setzt man die Schröpfgläser an.

Das blutige Schröpfen nutzt man tendenziell bei Füllezuständen(Bluthochdruck, Übergewicht, heiße Gelosen) ein. Hier bevorzuge ich jedoch die Blutegel-Therapie wegen der Sekrete, die beim Saugvorgangvon den  abgegeben werden(siehe Link). Das trockene Schröpfen wird bei Bedarf ein bis zwei mal wöchentlich eingesetzt und kann gut mit Massage, Baunscheidtherapie und Pflanzenheilkunde kombiniert werden. Ebenso angenehm wird von vielen Patienten eine Schröpf-Massage empfunden, bei der die Gläser langsam über eingeölte Körperpartien, meist im Rückenbereich, gezogen werden.

Literatur: Johann Abele – Schröpfkopfbehandlung, Haug Verlag