INHALTSSTOFFE

SALIVA

Wenn es um die Frage der Inhaltsstoffe einer Blutegel-Therapie geht, kommt man an der Saliva(Speicheldrüsensekret) der Blutegel nicht vorbei. Diese ist also tatsächlich eine Art „heilsame Spucke“, in welcher mehr als 100 biologisch aktive Substanzen gefunden wurden. Im Kern geht es für die Blutegel darum, das getrunkene Blut, genauer gesagt die roten Blutkörperchen, zu nutzen. Hierbei darf das Blut allerdings nicht gerinnen, denn daran würden die Blutegel versterben.

Schauen wir uns die Inhaltsstoffe dieses Sekrets etwas genauer an.

Inhaltsstoffe

Hirudin: 

Inhibiert den Gerinnungsfaktor Thrombin, indem es einen festen Komplex mit ihm bildet. Hierdurch wird die lange 8- 12stündige Nachblutung bewirkt(andere wichtige Gerinnungsfaktoren werden dadurch ebenso gehemmt).(Haycraft1984, Jacoby, 1904, Markwardt 1955 – 2011, Stone and Hofsteenge, 1991).

Calin: 

Durch Calin wird das Zusammenkleben der Thrombozyten(Blutplättchen) gehemmt. Eine verlängerte Nachblutung wird gefördert und der Wundverschluss vorübergehend erschwert.(Munro et al.,1991)

Apyrase:

Ein Enzym, das ebenfalls die Thrombozytenaggregation hemmt.(Rigbi et al., 1987a)

Hyaluronidase:

Dieses Enzym weitet auf eine Art das Gewebe und hilft dadurch, die anderen Wirkstoffe besser in die Tiefe eindringen zu lassen(Wirkverstärker).(Claude 1937,1940)

Faktor Xa – Inhibitor: 

Durch eine Blockierung des Xa – Faktors wird die Blutgerinnung gehemmt. Ebenso findet eine Verhinderung von arteriellen und venösen Thromben statt.(Rigbi et al.,1996)

Serotonin:

Führt zum Zusammenziehen von Gefäßen;

Ist für seine stimmungsaufhellende Wirkung bekannt, allerdings ist umstritten, ob diese bei der Blutegelbehandlung wirklich zur Wirkung kommt(Blut-Hirn-Schranken);(Baskova et al., 2008b)

Wechselwirkungen

Wie bei den Heilpflanzen ist auch hier anzumerken, dass vermutlich das Wechselspiel der einzelnen Inhaltsstoffe zum gewünschten Ergebnis führt. Darauf haben die alten Phytotherapeuten immer wieder hingewiesen und dies erlebe ich ebenso in meiner Praxis..

Spannenderweise gab es einen Blutverdünner(Lepirudin), der von gentechnisch veränderten Hefen produziert und bei Unverträglichkeiten von Heparin eingesetzt wurde. Allerdings führte dieser immer wieder zu starken Nebenwirkungen, weswegen er 2012 vom Markt genommen wurde.