BLUTEGELTHERAPIE

Der medizinische Blutegel(Hirudino medicinalis) wird seit Jahrtausenden medizinisch in den verschiedensten Kulturen eingesetzt. Babylonische Keilschriften erwähnen die Blutegeltherapie zum ersten Mal vor ca.3000 Jahren.

Anfang des 19.Jahrhunderts wurden die Blutegel vor allem in Frankreich eingesetzt. In den Armeen Napoleons waren die sie ein wichtiges Heilmittel im Gepäck der Ärzte. Allerdings zunehmend im Übermaß, was dieser Ära den Begriff des „Vampirismus“ einbrachte. Doch die fachgerechte Anwendung blieb in den Kreisen der Naturheilkunde  bestehen.

Die Schulmedizin entdeckte die Blutegeltherapie  in jüngerer Zeit wieder für sich. Nach Amputationsverletzungen werden die Blutegel heute im Bereich der OP-Naht angesetzt. Die entzündliche Abstoßungsreaktion des Körpers wird durch die Saliva der Blutegel abgemildert. Oft wächst dann das angenähte Organ wieder erfolgreich an. Heutzutage setzen immer mehr Heilpraktiker und Orthopäden die Blutegeltherapie in ihren Praxen ein, da bis zu einjährige Verbesserungen/Linderungen bei Arthroseleiden dokumentiert werden(nach ein bis zwei Behandlungen).

Medizinische Anwendung

Während der Blutegel saugt, gibt er mit seinem Speichelsekret(Saliva) ca.80 biologisch aktive Stoffe ab. Dies führt zu einer temporären Gerinnungshemmung bzw. Blutverdünnung(Hirudin, Eglin, Bdellin, Apyrase). Desweiteren wurden Wirkstoffe im Blutegel – Speichel gefunden, die antientzündliche Aspekte besitzen(Calin, Eglin). Beschwerden durch Arthrose, Migräne, Morbus Bechterew, Sehnenscheidenentzündung, Krampfaderleiden und Durchblutungsstörungen stellen einige wichtige Indikationen dar, bei denen die Blutegeltherapie traditionell eingesetzt wird.

Eine mögliche Kombination mit anderen Naturheilverfahren(Pflanzenheilkunde, Mykotherapie oder Schröpfen ) lege ich meinen Patienten nach Abwägung der individuellen Situation ans Herz.

WICHTIG: Vor der Kontaktaufnahme lesen Sie sich bitte den Text „Ablauf Blutegeltherapie“ auf dieser Homepage durch. Dadurch kann das Aufklärungsgespräch deutlich verkürzt werden. Auch ich muss im Praxisablauf leider auf den Faktor Zeit achten. Vielen Dank!

Traditionelle Anwendungsgebiete der Blutegeltherapie:

  • Rheuma
  • Arthose/Arthritis, Gicht
  • Bakerzysten
  • Sehnenscheidenentzündung(Tennis-/Golfarm)
  • Lumbago/Ischiasbeschwerden
  • Halswirbelsäulenbeschwerden
  • Hämatome
  • Unerfüllter Kinderwunsch(->durch verklebte Eileiter)
  • PMS, Amenorrhoe, Dysmenorrhoe
  • CVI(Chronisch-Venöse Insuffizienz)
  • Thrombosen(Nachbehandlung!)
  • Thrombophlebitis(Nachbehandlung!)
  • Ulcus cruris
  • Apoplexie(Nachbehandlung!)
  • Hypertonie, KHK/Angina Pectoris(begleitend)
  • Tinnitus, Morbus Meniere, Lagerungsschwindel
  • Migräne/chron.Kopfschmerzen
  • Herpes Zoster (Gürtelrose)
  • Brustdrüsenentzündung
  • Hodenentzündung, Prostatitis
  • Morbus Sudek
  • Nackenverspannungen

Wie entsorgt man Blutegel?

Bis vor kurzem musste man als Heilpraktiker die Blutegel nach der Behandlung töten. Seit Neuestem ist dies, nicht mehr von Nöten. Die schonende Entsorgung wurde durch das Einrichten von „Rentnerteichen“ erneut erlaubt.

Die Blutegel schicke ich an den Biolandhof Busek bei Gießen. Nach der Behandlung werden die Tiere in einem verschraubbaren Plastikbehälter aufbewahrt und gehen am selben Tage per Post auf die Reise. Auf Hof Busek angekommen verbringen die Egel ein paar Tage in Quarantäne. Danach setzen die Mitarbeiter die Tiere in denabgesperrten Teichen aus.

Die Kosten für die Rücksendung, mit der bewusst kein Gewinn erwirtschaftet wird, muss ich deswegen zum Einkaufspreis der Blutegel umlegen. Dafür kann man allerdings sicher sein, dass die Tiere noch eine Zeit lang in einer natürlicher Umgebung leben werden.

Literaturquellen:

  1. B.Aschner – Technik der Konstitutionstherapie
  2. D.Kaehler Schweizer/M.Westendorff – Hirudotherapie
  3. A.Michalsen/M.Roth – Blutegeltherapie
  4. C.Moser/K.Moser – So hilft Ihnen die Blutegeltherapie