VITAMIN D – MANGEL

Ist es wirklich so dunkel hier?

In den letzten Jahren bin ich durch Kollegen und Patientengeschichten immer wieder über das Thema Vitamin D – Mangel gestolpert. Sie fragen sich jetzt sicher: Reichen unsere Sommermonate nicht aus und wieso haben unsere Vorfahren denn keinen Mangel entwickelt?

Dank der Arbeiten von Dr.von Helden, einem Endokrinologen mit 20 Jahren Erfahrung im Kontext Vitamin D und Prof.Dr.Jörg Spitz, bin auch ich mehr in dieses Thema eingetaucht. Ergebnis: ein Großteil meiner Patienten hat Vitamin D –  Mangelsymptome und viele davon sitzen wirklich im „Loch“(weniger als 30ng/dl). Unklare Kopfschmerzen, Fertilitätsstörungen, Krampfneigung, Durchblutungsprobleme, Schlafstörungen, Lidzucken, Wadenkrämpfe, Kraftlosigkeit, Infektneigung etc. weisen in diese Richtung.

Vitamin D – Mangel ist kein Hype

Diese Vitamin D – Mangelzustände hat 2012 sogar schon das Robert-Koch-Institut bei einer Untersuchung von gesunden(!) Kindern zwischen 0 und 15 Jahren festgestellt, ebenso wie bei Erwachsenen – ein erschreckendes und warnendes Ergebnis(http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GesundAZ/Content/V/Vitamine/Inhalt/vitamind3_inhalt.html)

Genauer betrachtet verwundert es mich inzwischen nicht mehr: Bürojobs, wenig draußen sein, Angst vor Hautkrebs, acht Monate Dunkelheit, übertriebener Sonnencremegebrauch, minimale Chancen, den Mangel per Nahrung auszugleichen…wo soll das Vitamin D auch herkommen, wenn nicht durch die Sonne? Völker in den Tropen haben Blutwerte von 50 – 80 ng/ml und bei uns liegt der Wert im Sommer noch nicht mal im guten Bereich von 30 ng/ml. Natürlich kann man schwer erahnen, wie die Blutwerte unser Vorfahren ausgesehen haben, aber klar ist: Bademeister, Dachdecker und Straßenbauarbeiter haben richtig gute Werte…

Vitamin D - Mangel
Sonne ist Leben

Deswegen ermuntere ich die Patienten den Wert bei ihrem Hausarzt oder bei mir messen zu lassen, um zu sehen, inwiefern ein Mangel vorliegt. Wenn ja, kann dieses Vitamin(das eigentlich ein Hormon ist, nämlich Cholecalciferol)durchaus zur Beseitigung der Beschwerden verhelfen. Denn als Hormon hat Cholecalciferol eine breite fächerartige Angriffsfläche im Körper. Inzwischen weiß man, dass nicht nur bestimmte Organe wie Leber und Nieren Rezeptoren für Vitamin D besitzen und diese aktivieren sondern nahezu alle Zellen. Betrachtet man noch die prophylaktischen Aspekte, die bereits in der embryonalen Entwicklung zu greifen beginnen, wird einem die Wichtigkeit diese Themas schnell klar. Um Dr. von Helden zu zitieren:“Auch wenn alle anderen Blutparameter unauffällig sind – der Speicherwert des Vitamin D – Wert ist oft im Keller.“

Magnesium nicht vergessen

Und natürlich kann die Symptomatik des Vitamin D – Mangel auch mit Pflanzenheilkunde und Magnesium unterstützend behandelt werden. Magnesium ist der Gegenspieler des Kalziums, welches durch Vitamin D – Gaben verstärkt aufgenommen wird. Und Magnesium ist ein Mineralstoff, der in Deutschland ebenso oft nicht ausreichend aufgenommen wird, wenn Nahrungsmittel zu stark industriell verarbeitet sind. Hier abschließend noch ein Link zu einem ausführlichen Text im Kontext Vitamin D, Magnesium und Hypertonie.

Buchtip:

Uwe Gröber/Michael F.Holick : Vitamin D – Die Heilkraft des Sonnenvitamins, WVG Stuttgart

Weitere Infos zu Vitamin D finden Sie hier:

Dr.von Helden´s Seite

Krebsschutz durch Vitamin D

Schwangerschaft und Vit D Mangel

Vortrag Prof.Dr.med.Jörg Spitz