Das Judasohr – ein Heilpilz aus unseren Breiten

Das Judasohr – Auricularia polytricha

Das Judasohr, in China bekannt unter dem Namen Mu-Erh, ist ein gallertig-knorpeliger Baumpilz von dunkelbrauner Farbe, der bevorzugt auf altem oder toten Holunder und Ulmen zu finden ist. Sein Geschmack ist leicht süßlich und in China wird er gerne zu den verschiedenen Gerichten serviert, da er gut den Geschmack von Saucen aufnimmt. Allerdings nicht nur deswegen, sondern auch um Atmung, Kreislauf und Wohlbefinden zu verbessern(Volksheilkunde). Im Mittelalter wurde er dann auch in unseren Breiten bei Herzbeschwerden, Hämorrhoiden, Infektionen und zur Verbesserung der Wundheilung eingesetzt.

Ein Pilz für bessere Durchblutung

Diese Indikationen passen zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen der neueren Zeit(leicht blutverdünnende Wirkung durch Hemmung der Thrombozytenaggregation), weswegen eine prophylaktische Einnahme zur Verbesserung der Gefäßsituation durchaus Sinn machen kann. Außerdem wirkt das in ihm gefundene Adenosin, ein Nukleosid der RNA und Bestandteil von ATP und ADP, gefäßerweiternd. Heilpilz JudasohrDas Judasohr enthält ebenso Kalium, Calcium, Magnesium, Kupfer und Silicium sowie Polypeptide. Hie und da werden immer wieder Erfahrungen gemacht, daß zu hohe Blutfettwerte durch die Gabe von  Auricularia positiv beeinflußt werden können. Hier macht allerdings die Kombination mit anderen Heilpilzen und Heilpflanzen durchaus Sinn.

Seinen Namen hat bekam dieser Pilz angeblich durch die biblische Geschichte des Verrates Jesu durch Judas. Dieser erhängte sich nach seinem Verrat wegen seines schlechten Gewissens an einem Holunderbaum und beim Abnehmen der Leiche blieb das Ohr am Baum hängen. Das Bild nebenan entstand übrigens mitten in Berlin vor meiner Haustür im Januar, begünstigt durch Temperaturen etwas über Null. Selbst in dieser kalten Jahreszeit vermag das Judasohr zu frukturieren und seine etwas seltsam anmutenden Früchte hervorzubringen.

Traditionelle Indikationen:

  • venöse Insuffizienz
  • Arteriosklerose(begleitend)
  • Wundheilungsstörungen
  • Entzündungen
  • trockener Husten
  • gereizte Schleimhäute
  • Verstopfung
  • Leberleiden

Kontraindikationen:  – Schwangerschaft, Stillzeit, Einnahme von stark blutverdünnenden Medikamenten(Marcumar, Rivoroxaban, u.a.)

Quellen:

  • Prof. Dr. med. Ivo Bianchi: „Moderne Mykotherapie“; Hinckel Druck, 2008Dr. med. Ivo Bianchi: „Moderne Mykotherapie“; Hinckel Druck, 2008