ABLAUF BLUTEGEL-THERAPIE

Ablauf Blutegel-Therapie

Nach der Abklärung der folgenden Kontraindikationen kann die Blutegel-Therapie in einer angemessenen Anzahl, meist 3-10 Tiere, zum Einsatz kommen:

 

– Leberzirrhose, HIV/Aids, Krebs und andere schwere fortgeschrittene Erkrankungen

– Blutegerinnungsstörungen, Einnahme von Cumarinen und neueren Gerinnungshemmern wie z.B. Rivoroxaban

– Wundheilungsstörungen, überschießendene Narbenbildung(Keloidneigung)

– Magenblutung, erosive Gastritis

– anstehende Operationen

– schlecht eingestellter Diabetes mellitus, Kachexie, schwere Anämien

 

können die Blutegel in einer angemessenen Anzahl, meist 3-10 Tiere, zum Einsatz kommen. Die zu behandelnden Areale dürfen nicht parfümiert oder durch Salben/Cremes beeinflusst sein, da der Blutegel sensibel auf Gerüche reagiert. Im Ablauf der Blutegel-Therapie beißen die Egel in der Regel innerhalb von 10-20 Minuten an und verweilen dann 30 bis 90 Minuten am Körper. Der Anbiss wird als ein leichtes Brennen wahrgenommen, manchmal aber auch gar nicht bemerkt. Nach ca. 15 Minuten lässt das leichte, unregelmäßige Schmerzen/Brennen nach und hört vollkommen auf. Der Blutegel trinkt weiter, ohne dass mensch es bemerkt. Irgendwann kommt dann der Zeitpunkt, an dem die Egel prall gefüllt loslassen. Die Bisse bluten langsam, leicht und kontinuierlich bis zu 15 Stunden  nach. Die Menge Blut, die mensch dabei verliert, hält sich allerdings in Grenzen(ca.30-40 ml pro Blutegel). Der Patient sollte genügend trinken und sich in dieser Zeit ausruhen. Arbeiten gehen nach der Behandlung ist also absolut nicht möglich!

Ablauf Blutegel-Therapie
Bildquelle: www.blutegel.de

Nachsorge

Nach dem Ablauf der Blutegel-Therapie wird ein relativ lockerer Verband angelegt, der nach ein paar Stunden gewechselt werden sollte. Das kann der Patient in der Regel nach kurzer Anleitung alleine machen. Die lange Nachblutung ist absolut erwünscht und stellt eine Art verlängerter Aderlaß dar. Am nächsten Morgen werden die Bißstellen kontrolliert. Diese sind meist leicht blau-rötlich verfärbt. Nach 1-2 Tagen kann es sein, daß die Bisse anfangen mehr oder weniger stark zu jucken. Hier können u.U. kühlende Wickel(Retterspitz) oder antiallergische Salben zum Einsatz kommen. Der Wundheilungsprozess der Bisse dauert ca. ein bis zwei Wochen.

Gerne begleite ich nach Ablauf der Blutegel-Therapie die Behandlung mit Pflanzenheilkunde, Mykotherapie, Vitamin D, Mineralstoffen und anderen Naturheilweisen, um die Therapie in ihrer Wirkung zu unterstützen.

Je nach Indikation kann eine bis mehrere Folgebehandlungen von Nöten sein. Da dann das längere Anamnesegespräch der Erstbehandlung wegfällt, sind die Folgebehandlungen meist kürzer und damit auch weniger kostenintensiv.

 

Und zuletzt noch die die möglichen Nebenwirkungen, entnommen der Packungsbeilage der Bibertaler Blutegelzucht:

Sehr häufig (> 1/10)

  • kann ein lokaler Schmerz bis zu 5 Minuten auftreten, der sich wie ein kleiner Stich einer dünnen Kanüle, ein leichter Stromstoß oder das Brennen einer Brennnessel anfühlen kann.
  • können die Ränder der dreizackigen Biss-Wunde, verbunden mit leichtem Spannungsgefühl, anschwellen. Dies kann i.d.R. 12 – 48 Stunden anhalten.
  • kann ein lokaler Juckreiz einige Stunden nach der Egeltherapie für 2-3 Tage auftreten.
  • können rot-violette Verfärbungen der Bissränder, die später gelblich werden für bis zu 2 Wochen anhalten ( Hämatom = „blauer Fleck“).
  • können die regionalen Lymphknoten anschwellen.

Häufig ( > 1 / 100 )

  • können stärkere Nachblutungen mit begleitendem Abfall des Hämoglobinwertes auftreten.
  • können eng lokalisierte Entzündungen mit teilweise papulösen Erhebungen der Bissstelle – begleitend mit Juckreiz – auftreten.
  • lokal begrenzte allergische und allergieähnliche Symptome auftreten.
  • kann ein mehrtätiges Anschwellen des Behandlungsareals bei Ansetzen an den Extremitäten (Beine, Arme) auftreten.

Gelegentlich ( > 1 / 1000 )

  • kann ein starker Blutdruckabfall (aufgrund Kreislaufdepression und vasovagaler Reaktion) auftreten.

Selten ( > 1 / 10000 )

  • können ausgeprägte lokale Entzündungen, z.B. Wundrose (Erysipel), Entzündungen der Lymphbahnen (Lymphangitiden) auftreten. Hier empfiehlt sich als Gegenmittel : Cephalosporine der 3. Generation, bzw. Gyrasehemmer.

Sehr selten (< 1 / 10000 )

  • kann eine Arthropodenreaktion auftreten.
  • kann eine systemische Infektion mit Sepsis, z.B. durch Sekundärinfektion der Wunde(verschiedene Erreger möglich) oder durch Primärinfektionen mit Aeromonas hydrophila oder Aeromonas veronii biovar sobria auftreten. Hier empfiehlt sich als Gegenmittel : begleitende Antibiose mit Cephalosporinen der 3. Generation bzw. Gyrasehemmern.
  • transfusionsbedingter Blutverlust.